Fahrten zur Betriebsstätte des Kunden

- Bundesfinanzhof X R 13/13 -

 

In dem Klageverfahren ging es um die steuerliche Bewertung von Fahrten eines Unternehmers zur Betriebsstätte eines Kunden. Der Unternehmer und Kläger war im Bereich der EDV-Organisation tätig und betreute im Veranlagungsjahr 2008 nur einen einzigen Kunden. Um diesen Kunden zu betreuen fuhr der Kläger regelmäßig mit seinem Firmenwagen zur Betriebsstätte des Kunden. Die Kosten für die Hin- und Rückfahrten machte der Kläger sodann als Betriebsausgabe geltend. Das zuständige Finanzamt hingegen bewertete die Fahrten als Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte und setzte lediglich die Entfernungspauschale von 30 Cent je Entfernungskilometer (und somit bezogen auf den einfachen Weg) an. Die Betriebsstätte des Kunden war somit der Betriebsstätte des Unternehmers gleichgesetzt, weil dieser im Veranlagungszeitraum nur diesen einzigen Kunden betreute.

Das Finanzgericht Düsseldorf folgte der Auffassung des Klägers und zog die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs zu Arbeitnehmerfällen heran, wonach die betriebliche Einrichtung eines Kunden keine regelmäßige Arbeitsstätte für einen Arbeitnehmer sei. Der Bundesfinanzhof hingegen hab in letzter Instanz der Finanzverwaltung Recht. Er stellte darauf ab, dass der Kläger über keine eigene Betriebsstätte verfüge und die Fahrten zu dem einzigen Kunden (seiner tatsächlichen Betriebsstätte) dementsprechend nur mit der Entfernungspauschale angesetzt werden könnte.

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